WORKFAST Club

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Tag 23

Heute als Easy Friday Talks

Tag 23 der Reihe

„in 66 Tagen von neuer Gewohnheit zu Routine“

Ich empfinde es tatsächlich als ein Privileg,

meinen Freitagvormittag selber gestalten zu können und nach einem Tag mit 31°C, empfinde ich es auch als eine entspannende Zeit, morgen Früh auf der Terrasse das Frühstück und Kaffee, mit der Arbeit zu kombinieren.

Ich schreibe gerne in meinem Notizblock. Ich bin ein haptischer Mensch, der Bilder braucht, um sich Dinge besser zu merken, aber auch um Kreativität richtig leben zu können.


Meine Schreibreise der letzten zwei Monate

Heute ist der 23. Tag meiner Schreibreise im Blog.

Ich habe zwei Tage nichts geschrieben, weil einfach die Zeit nicht gereicht hat aber auch, weil ich mir eine kleine Pause gegönnt habe.

Eine Pause, die ich mit zwei Ausflügen nach Graz geschmückt habe.

Erstes mit meiner wundervollen Schwiegertochter. Eigentlich könnte ich sie „eine Tochter von einer anderen Mutter“ nennen. Sie ist ein sehr mutiger, junger Mensch. Mit viel Interesse an interkulturellen Erfahrungen und einer sehr netten Art – wenn sie lächelt, ist die Welt ein bisschen besser 🙂 . Wir haben den Tag genossen, und ihn Zuhause, auf der Terrasse ausklingen lassen, bei schönen Gesprächen und angenehmen Temperaturen.

Dann war ich mit mir einen ganzen Tag beschäftigt.

Ich habe eine Stellenausschreibung gefunden, die mir unheimlich gut gefällt. Ein international aufgestelltes Unternehmen, wo ich meine bisherige Erfahrung in einer sehr effizienten Weise einsetzen und umsetzen könnte.

Gestern war der Tag meines Interviews und ich bin das erste Mal komplett in Englisch interviewt worden.

Perfektionistisch wie ich bin, hätte ich sehr viel an mir kritisieren können, aber ich habe mich wirklich bemüht, dieses Mal an mir nicht „herumzumeckern“, und es fiel mir gar nicht leicht, hahaha. Immerhin, man findet nicht immer eine Ausschreibung, wo du dich bis in die Haarspitzen angesprochen fühlst und darüber hinaus.

Ich hoffe nun das Beste und konzentriere mich auf das „Loslassen“. Das heißt, es zu wollen aber nicht es zu erzwingen.

Ich habe angefangen mir aufzuschreiben, welche Szenarien die schlimmsten wären, so dass ich nicht enttäuscht werden würde, falls ich es nicht werde… ist dennoch nicht leicht.

Auf der anderen Seite, habe ich auch daran gedacht, dass ich einen sogenannten Love Letter“ schreibe. Wo ich mich bei jemand speziellem bedanke, für die Unterstützung die ich bekommen habe, um mich mental und emotional für diesen großen Erfolg vorzubereiten. Ja, das ist genau die Idee, die mir am besten gefällt. Und ich werde sie umsetzen, ich verspreche es sogar hier auch zu posten – Ehrenwort 🙂 .

Danach ging es nach Graz mit meinem Mann.

Es war gestern zufällig unser 21. Jahrestag, seitdem wir als Paar zusammen sind.

Wir haben erst dreizehn Jahre später geheiratet, aber wir sind ein Paar seit 21 Jahren! Ist das zu fassen!

Wenn du eine Partnerschaft angehst, denkst du vielleicht daran, es könnte für immer sein, oder es ist so schwierig, oder du denkst gar nichts. Doch wenn der Tag kommt, und es realisierst, dass du an der Seite eines Menschen 21 Jahre durch Tief und Hoch, durch Sturm und Schönwetter gegangen bist, dabei eine Patchwork Familie durchbringst und die ganzen Jahre, beide in extrem anspruchsvollen Jobs gesteckt waren (wo die Eigengestaltung nicht so viel möglich war, mit Reisen und Forderungen, in dem stark beanspruchten Mittelmanagement), dann denkst du dir schon, irgendwo hat mich das Leben sehr, sehr lieb. Ich habe Glück und bin unglaublich gesegnet, dass es uns gut geht, die Beziehung noch tiefere Bände entwickelt hat, die Liebe knistert noch sehr und vor allem, dass wir unsere Freundschaft so tief wie noch nie spüren.

Der Moment als wir uns das erste Mal gesehen hatten, war damals magisch und heute ist es genauso. Die Magie des Lebens brachte mir die Magie der Liebe, ohne dass ich es geahnt oder daran gedacht hätte. Es kreuzte vor 21 Jahre meinen Weg und ich nahm es einfach an.

Ich will dennoch nicht den Eindruck erwecken, es war eine „gemähte Wiese“. Im Gegenteil. Wir standen oft vor sehr ernsthaften Fragen und spielten mit dem Gedanken von Unterbrechung oder Trennung. Doch wir beide sind Kämpfernaturen. Wir geben nicht auf, weil es nicht funktioniert.

Und das wichtigste, wir beide haben nie aufgehört an uns selbst zu arbeiten.

An unsere „blinden Flecken“, an unserer Voreingenommenheit oder an der Heilung von schlimmen Erfahrungen – und davon gab es beiderseits reichlich in der Liebe & Partnerschaft. Jeder für sich, in seinem Tempo, mit seinen Mitteln. Es hat Zeit gebraucht, die wir bereit waren uns zuzugestehen und es hat funktioniert. Die Voraussetzung dafür, war bei uns immer gegeben – wir haben voneinander immer sehr viel Respekt empfunden, auch wenn es einmal im Streit oder in manchen Diskussionen beim Wortabtausch „heiß hergegangen“ ist.

Und dies alles am 21. Jahrestag unserer Beziehung bewusst aufzunehmen, zu empfinden und Revue passieren zu lassen, hat mir ein Gefühl von Dankbarkeit gebracht, ein bejahendes Gefühl des Lebens um mein eigenes Leben herum.

Der Tag fing heute wahrscheinlich deshalb früher – wie sonst bei mir – an. Wir haben uns noch kurz in der Früh ausgetauscht und haben entschieden, uns zu Mittag zu treffen, bevor mein Mann seinen Söhnen beim Aufbau von Möbeln in ihrer neuen Wohnung nachmittags hilft.


Working&Breakfast=WorkFast.

Ich werde heute Marillen verarbeiten, die ich Anfang der Woche aus Krems mitgenommen habe. Wenn das Rezept mir gut gelingt, werde ich es auch dir zugänglich machen. Ich möchte immer etwas hergeben, dass gut funktioniert und auch gut schmeckt.

Dann bis morgen, sei gespannt und sei dabei.

Herzlichst
Ella
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