Enttäuschung oder „in Bewegung setzen durchs Rütteln“ Teil II

Nun, die Ent-Täuschung arbeitete tagelang in meinem Kopf. Es verhielt sich wie ein Maulwurf, der sich in jeglichem Versuch der positiven Ausrichtung haufenweise Tunnels für negative deprimierende Gedanken grub. Obwohl ich mit dem Verstand genau wusste, dass ich nur in der „Vergangenheit“ feststecke, konnte ich wie im Teil I erzählt, nicht abschließen.

Aber vorige Woche hatte ich das Glück, wieder Inspiration für die Synthese aller mir bekannten und durchgekauten Fakten durch einen Film zu erlangen.

Ich liebe Filme. Sie sind die un-anerkannten direkt einwirkenden Beispiele des Modell-Lernens (die wirksamste Lernvorlage lt. Psychologie) in unserer Gesellschaft.

Ich kannte diesen Film nicht. Ich verpasste die ersten 5 Minuten. Ich konnte mich am Anfang nicht entscheiden, ob ich dabei bleibe aber, als ich die Besetzung sah entschied ich, dem Film „eine Chance“ zu geben.

Es ging um eine junge Frau. Die war als Kind eine richtig begabte Bastlerin. Als Erwachsene hatte sie nur Pech und ein ziemlich kompliziertes Leben, in dem sie eigentlich nicht die Hauptrolle spielte, sondern alle Ihre Verwandten, sogar der Ex-Mann, weil er zu wenig Geld verdiente, durfte bei ihr im Keller wohnen. 🙂

However, es ging in der Spirale der Erlebnisse rasant nach unten. Sie verlor den Job und dann entschied sie – was sie seitdem sie sehr klein war nicht mehr gemacht hatte – zu basteln.

Danach ging es richtig los mit den Auf´s und Ab´s in ihrem Leben. Ich möchte hier das Ende nicht verraten 😉 .

Was ich daraus gelernt hatte war Folgendes:

Es gab für sie (diese Figur) keinen Grund, die Menschen die ihr am Nächsten standen, in der Nähe zu behalten. Alle bis auf die Oma, die aber relativ früh gestorben war, glaubten nicht an sie. Alle hintergingen sie und „Ent-Täuschten“ sie mehrmals. Aber sie, diese unglaubliche Frau, trennte sich nicht von ihnen! Sie machte niemand für ihre Misserfolge verantwortlich, sondern hielt inne und ging immer mit Entschlossenheit, Mut und voller Kraft weiter.

Da habe ich das erste Mal begriffen, was es bedeutet, mit allem verbunden zu sein, auch im Herzen.

Das „trennende Prinzip“ führt uns nicht zu unserer wahren Stärke. Es kann uns nur Energie wegnehmen und gibt uns das Gefühl, wir wären allein oder einsam.

ellasblogdotcom

Das Prinzip gibt es in meiner Familie und meinem Leben sehr lange schon. Meine Großeltern trennten sich von Familie und Heimat im zweiten Weltkrieg – da ging es um ihr Überleben. Meine Eltern trennten sich als ich erwachsen war – was für die damalige Zeit ein ziemlich ungewöhnliches Ereignis in der Gesellschaft war – da ging es um Liebe.

Ich trennte mich von meinem Heimatland – da ging es um Lebenschancen – und auch vom ersten Ehemann – da ging es um Liebe. Und nach jeder Ent-Täuschung wartete ich mit großen Augen, ob es sich wiederholen wird, denn dann würde ich mich trennen…

Diese Erkenntnis war für mich dieses Mal ausschlaggebend, mich von der Person abzugrenzen – aber für das Ereignis/Thema der „Ent-Täuschung“ mich zu öffnen.

Wenn die Freundschaft einen anderen Stellenwert bekommt, muss ich mich für das Thema anders orientieren. Ich bleibe der gleiche verständnisvolle, hilfsbereite und herzliche Mensch wie davor. Alles andere wäre Verschwendung meiner Talente und würde dem anderen auch nicht helfen. Mein Wachstum und das Wachstum vom dem anderen bekommt so eine richtige Chance! Ansonsten ergäbe die Ent-Täuschung keinen wahren Mehrwert und müsste das Ereignis immer wieder vorkommen, bis ich es verstanden habe…

Als ich das begriff, hatte ich das Gefühl einen „magischen Moment“ erlebt zu haben, weil es sich in mir so anfühlte, als ob ich unsichtbare Fäden zu Negativität und Unglück aufgelöst hätte…

Meine Mutter sagte immer zu mir: „Versuche nicht die Hörner einer Kuh gerade zu biegen“ und ich lachte jedes Mal über diesen Satz. Aber als ich dies in einem buddhistischen Buch gelesen hatte und mit der Botschaft, die ich in diesem Film erkennen konnte kombinierte wurde mir klar, dass dies etwas ist, was jeder einzelne selbst in seinem Leben hat und bewältigen muss, von ganz allein.

„Selbstreflexion ist zweifellos wichtig, doch wenn sie nicht auf positive, wachstumsfördernde Weise erfolgt, wird das Leben der Menschen eingeengter und starr, so dass sie es letztlich als sinnlos empfinden.

Ein japanisches Sprichwort besagt, dass es den Tod der Kuh bedeuten könnte, wenn man versuchen würde, ihre Hörner gerade zu biegen.“

<Daisaku Ikeda „Das Buch vom Glück, S.161“>

Daher lasse ich kein Prinzip der Trennung in meinem Herzen gelten. Das ist für mich dann wahrer Glaube an das Potenzial eines anderen und uneingeschränkt an mich selbst.

Ich kann heute entschieden noch einmal wiederholen:

Enttäuschung
Ent-Täuschung

Ich habe es tatsächlich erlebt.


 

cher amis, Épanouir tout son potentiel!

ichinen sanzen

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s