Sag dem „Zugfahren“ ade!

Ich habe heute einen Beitrag von einer lieben Schulkollegin auf fb gelesen.

Sie hatte ein Gedicht zitiert. Es ist ein literarisch sehr schönes Stück. Doch ich wurde sehr unrund nach dem ich es gelesen hatte. Denn die Gefühle, die der Leser danach mit sich nimmt sind Wehmut, Ohnmacht, Hoffnungslosigkeit…

In meinen Augen sind diese Gefühle ausschlaggebend für unsere Grundeinstellung, wie wir dem Leben begegnen, wie wir den anderen Menschen im Leben begegnen und schlussendlich wie wir uns den Herausforderungen im Leben stellen.

Lass mich dich etwas fragen.

Wenn dich im Leben etwas erreicht, dass du dir nie gewünscht hast oder dir nie für dich vorgestellt hast, möchtest du lieber mutig, entschlossen und kraftvoll dem entgegentreten oder willst du dich lieber bedeckt verhalten, nicht auffallen und schauen was passiert.

Ich habe in einem Vortrag vor Jahren folgenden Satz gehört:

„Ein entschlossener Mensch ist immer in der Mehrheit“

Es hatte mir damals sehr viel Mut gemacht, denn es fehlte mir fast nie an Entschlossenheit. Aber ich konnte nicht sehr viel – aus meiner damalige Sicht – bewegen, denn ich betrachtete die Situationen in die ich geriet, immer als „nicht normal“.

Ich wurde gelehrt – und ich rede nicht von Lernen in der Schule, sondern von „Modellernen“, also das was wir aus der Gesellschaft von klein auf schon über das gute, erfolgreiche Leben sehen und hören – was ein „normales Leben“ vorzuzeigen hat:

du hast ein glückliches Zuhause, einen fantastisch laufenden Job, Kinder die in der Schule glänzen und nicht zuletzt, bist du umgeben von unzähligen Freunden, die dir immer gut gesinnt sind und für welche du selbst eine wichtige Stütze abgibst. Ach ja, nicht zu vergessen, dass du immer gut ausschaust, viiieel Sport treibst und natürlich top stylisch erscheinst.

Ich habe zumindest fünfzehn Jahre „suchend“ verbracht um herauszufinden „was mit mir nicht stimmt“! Versteh mich nicht falsch, ich lebe in vielen der genannten Bereiche sehr erfolgreich, doch die „Aufs und Abs“ ließen mich immer an der „Normalität“ meines Lebens sehr zweifeln.

Das war eine komische Suche… Denn ich machte mich mit verbundenen Augen, Ohropax tragend und mit verknoteten Schuhsenkeln auf die Suche.

Ich hoffe du schmunzelst gerade ein bisschen

Es ging mir genauso, wie das Gedicht in wunderschön literarischer Weise darstellt:

Zug

„Ich sitze in einem Zug, an dessen Bewegung ich nichts ändern kann, ich nehme das Halten und die Aufenthalte wahr, die nicht von mir beeinflusst werden können (die freudigen dauern Minuten, die schmerzvollen dauern Stunden) und schlussendlich stelle ich fest, ich werde Tag für Tag älter aber damit ändert sich nichts in meinem Leben, außer meiner zu erwartenden Anzahl an Fahrstunden…“ Das Ende des Gedichts zeigt den Fahrenden als erschöpft, entmutigt und gebrochen und seine Erkenntnis ist: er weiß es nun, er hatte gelebt ohne es gewusst zu haben….

Poah…

Nun, diese Betrachtung war vielleicht nicht in meinem Denken, aber in meinem Fühlen und in meinem Tun verankert… und mir war das gar nicht bewusst. Tatsache ist, dass ich einen ständigen Konflikt in mir getragen hatte, ohne dafür gewappnet zu sein oder etwas dagegen unternehmen zu können. Es gab keinen Funken, welcher die Hoffnung materialisieren hätte lassen können. Ich merkte nicht, dass ich für eine „Sache“ brannte, die mir nicht möglich war zu erreichen, weil ich von grundsätzlichen Irrtümern überstülpt war. Ich lief die ganze Zeit in meiner Suche in einer „Warteschleife“ und nahm an, ich wäre auf einem Weg, der mich eines Tages zu meinen Zielen bringen würde.

Eines Tages musste ich nach „Alternativen“ für meinen (inzwischen) müden (gewordenen) Körper suchen. Und fand dies in der Musik.

Die Musik (ein bestimmtes Album einer weltberühmten Musikerin) gab mir eine Alternative. Und ich probierte ein weiteres Mal etwas Neues, auf meinem suchenden Weg.

Es sind jetzt drei Jahre vergangen. Ich kann heute die Bedeutung des Zitats über die Entschlossenheit interpretieren und vor allem, ich kann es umsetzen, Tag für Tag. Ich habe große Herausforderungen mit Entschlossenheit gemeistert und ich kann das erste Mal in meinem Leben auch schwierigen Begegnungen mit Humor entgegentreten.

Das (mein) Leben fühlt sich nicht mehr wie ein ständiger Kampf „normal zu leben“, an.

Leben bedeutet ständig Neuem zu begegnen und dies kann sich keiner vorher aussuchen. Manche Dinge sind gut, manche schlecht, manche zermürbend, manche paradiesisch schön. Aber das was in der Zukunft geschieht, hat immer mit meiner Handlung, meinen Gedanken und meiner Gefühle zu tun. Diese sind dann auch über unsere Sprache sichtbar.

Ja, ich setze die Ursache für alles und ich rede jetzt nicht davon, dass dies als rein physikalisches Phänomen Aktion-Reaktion zu betrachten ist. Es geht mehr darum zu verinnerlichen, dass ich meine Realität erschaffe, jeden Tag. Mit meinen Gedanken, Worten und Handlungen. Dass so wie jeder Mensch, auch ich eine grundlegende Lebensneigung habe – die übrigens auch Karma genannt wird – die ich verwandeln kann um mein gesamtes Menschenpotenzial in dieser Lebenszeit (auch Frauen können das 🙂 ) und darüber hinaus zu verwirklichen.

Über die Musik kam ich zur buddhistischen Praxis, fand eine Lebenseinstellung die mit meiner Vorstellung von menschlicher Würde übereinstimmte, nahm mir damit selbst den Schmerz und gab mir Freude. (Das nennt man „shakubuku“ habe ich später gelesen). Das ist für mich der größte Beweis, dass wir uns immer selbst aus den tiefsten Stunden und den düstersten Gedanken herausziehen können.

So schaffen wir unsere eigene Gegenwart und Zukunft durch die Entscheidungen, die wir in jedem Moment machen. Verstanden in diesem Licht, fördert das Wort Karma keineswegs Resignation, sondern ermächtigt uns die Protagonisten in der Entfaltung der Dramaturgie unseres Lebens zu sein und unser größtes Potenzial an Tageslicht zu bringen.

Brian Tracy sagt

“…each person has extraordinary untapped potential, that he or she can learn to access and, in so doing, achieve more in a few years that the average person accomplishes in a lifetime.“

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Ich bin mit siebenundvierzig aus dem Gefühl, dass ich mich in dem nicht von mir gelenkten Zug befinde, ausgestiegen und verließ die Illusion ich könne nichts an dem Verlauf meines Lebens ändern. Und das kann jeder. Diese Gabe ist in uns allen angelegt.

Jeden Tag ist ein guter Tag damit zu starten.


Schaffe dir Klarheit

Ein ruhiger „Kopf“ lässt Platz für deine Intuition und für deine eigene in dir angelegte Führung. Ob du es glaubst oder nicht, die hast du 🙂 .

Schaffe dir gute Gewohnheiten an.

Sauerstoff ist Balsam für das Wohlbefinden, also geh nach Draußen. Auch ein Spaziergang durch die Siedlung hilft.

Nimm dir kleine Schritte vor.

10 Minuten gehen, 3 Minuten meditieren – und ziehe es durch, jeden Tag.

Bleib dabei. Gib nicht auf.

Und wenn du ein-zwei-dreimal deinen Plan nicht umgesetzt hast, fang von vorne an. Jeder Sportler/ Musiker/ Schriftsteller/ Schüler/ u.s.w. weiß, Übung macht den Meister und es ist kein „Virtuose vom Himmel gefallen“. Jedem geht es gleich, denn jeder hat seinen eigenen persönlichen „Berg“ zu erklimmen.

Mache die Fort-Schritte für dich sichtbar.

Zeichne auf eine A4/A5 Seite eine kleine Tabelle und verzeichne jeden Tag dein Tun darin. Hänge es an einem Platz auf, an dem du mehrmals am Tag vorbeigehst und zur Betrachtung verweilen kannst. So habe ich es gemacht.

Bitte sei geduldig mit dir.

Nichts von Beständigkeit auf dieser Welt wurde im „Schnellverfahren“ erschaffen. Auch wenn die heutige Welt uns dies ständig vorgaukelt. Betrachte auch deine Ziele als dauerhaftes Meisterwerk – dein EIGENES.


So findest du was dich glücklich macht. So tust du jeden Tag etwas dafür. So lernst du fest daran zu glauben, dass es möglich ist. So bist du mutig, entschlossen und mit voller  (Selbst) Liebe dabei.

C’est la nature dynamique de la vie

“ami de bien” (jap.: zenchishiki)

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: