Eine Entscheidung

Wie damals in November 1990, stehe ich heute seit einem Monat vor einigen neuen Tatsachen. Diese Tatsachen führen zu einer logischen Konsequenz… es ist Zeit den neuen Weg in meinem Leben nicht nur zu denken, sondern ihn wirklich zu gehen.

Ich brauchte zuerst Zeit zum „trauern“. Ja auch dann, wenn wir einen Traum „beinahe leben“ und dieser uns verlässt, brauchen Menschen eine Zeit für die Trauer und für das Loslassen. Ich bin so ein Mensch, der diese Zeit braucht.
Ich hing also rum. Zuhause war wenig von mir zu spüren aber eins konnten meine liebsten sehen und fühlen – meine Traurigkeit – die wie eine dunkle Wolke über mir hing… Mit wenig Schlaf und wenig Beteiligung an vielen anderen Dingen, schien es, ich könne die Erkenntnisse und die Folgen nicht verarbeiten.

Ich wusste aber, dass ich in meinem „Grübeln“ nicht ewig verharren würde. Was mir fehlte war eine Verbindung… eine Verbindung meines „Innenlebens nach Außen“.
So war es tatsächlich. Eines Morgens wie „aufwachen“ nach einem erholsamen Schlaf, konnte ich klar sehen. Meine Gedanken flüchteten immer wieder in die Zeit, in der ich zuhause bei meine Eltern lebte. Eine Flucht zu einem Ort wo ich unbeschwert sein konnte, so wie ich bin. Wo ich geborgen war und das Gefühl hatte, jemand kümmert sich liebevoll um mich. Deshalb habe ich die Idee gehabt, „ich versuch es einfach nachzumachen. Ich hole mir diese Zeit in mein heutiges Haus“. Meine Eltern leben sehr, sehr weit weg von mir und das Zuhause von damals gibt es heute nicht mehr – aber in meinen Erinnerungen und in meinem Herzen.
So werde ich die Vorweihnachtszeit als Start für etwas Neues nutzen. Es heisst „Elas Blog“. Ich werde Geschichten und Erlebnisse mit Rezepte – denn Liebe aller Art geht durch den Magen – zusammenstellen. Ein Experiment.
Rezepte meiner Mama & Geschichten aus damaliger Zeit, doch diese immer auch an jetzt gebunden.
So starte ich heute mit Vanillekipferl meiner Mama genannt „Cornulete“. Das sind Transilvanische Vanillekipferl.

ZUTATEN:
Teig:

300g Mehl (Dinkelmehl)Foto
150g Butter oder Margarine (kalt)
3 Eigelb
3EL Sauerrahm (ca.125g)

 150g Zucker
1MS Weinsteinbackpulver
Mark von zwei Vanilleschoten

Vanillezucker:

200g Puderzucker
2 Vanilleschoten

ZUBEREITUNG.
Vanillezucker:
Zucker und Vanilleschotten im Mixer ganz fein mixen und beiseite stellen.
Teig:
1. Die Mandeln bei 140°C Ober/Unterhitze für ca 10-12 min, oder 140°C Heißluft mit Ringheizkörper -Einschubebene 3 – für 12 min im Backofen goldbraun „rösten“.
2.Die abgekühlten Mandeln, Zucker, Vanillemark und ca. ein Drittel des Mehls im Mixer ganz fein vermahlen.
3.Danach den Inhalt aus dem Mixer auf eine Arbeitsoberfläche zusammen mit dem restlichen Mehl und Weinsteinbackpulver mit der Hand mischen. Zuerst die Eigelbe mischen, danach den Sauerrahm und nach und nach auch Butter rasch miteinander zu einem glatten Teig kneten (gutes Gefühl mit den Händen zu arbeiten!). Den Teig in Klarsichtfolie packen und für zwei Stunden in den Kühlschrank geben.
4.Den Backofen auf 200°C Ober/Unterhitze, oder 140°C Heißluft mit Ringheizkörper vorheizen.
5.Aus dem Teig nicht zu grosse Kipferl formen und etwa 10 min bzw. 14 min backen. Dabei achten, dass die spitzen Enden der Kipferl nicht zu dunkel werden (diese dunkeln nach, nachdem sie aus dem Ofen herausgenommen wurden).

6.Zwei-drei Minuten abkühlen lassen und dann noch warm in Vanillepuderzucker wälzen.
Damals und heute: Wir haben damals Butter und Bauern-Sauerrahm vom Frischmarkt verwendet.
Ich habe heute diese Zutaten mit Alsan-S anstatt Butter und LeichtSauerrahm (1,8% Fett) ersetzt. Wer aber gerne „wie damals“ backen möchte, kann die Zutaten wie oben beschrieben, verwenden. Wir haben damals in den kommunistischen Ost-Staaten keine Vanilleschoten gehabt. Wir haben Vanille Aroma und Vanille Zucker verwendet. Erst als ich hier in Österreich zum Backen anfing, habe ich herausgefunden wie „Echte Vanille“ ausschaut und schmeckt…
So gilt es wie für alle Dinge, Veränderung ist nicht automatisch schlecht. Es kommt darauf an, was ich damit anfange aber am meisten, ob ich das Beste der Vergangenheit mitnehmen kann und mich für das Neue, mit seinen Vorteilen öffnen kann.

Foto 1
Bon voyage & bon appétit!

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